Grundsätzliches, Besonderheiten:
Das Motorenöl hat die Aufgabe, alle beweglichen Teile im Motor zu schmieren, zu kühlen, Abrieb in der Schwebe halten. Im Gegensatz zum stationären Betrieb treten beim Einsatz im Motorrad teilweise andere Bedingungen auf. Der Motor wird bewegt, beschleunigt, abgebremst, Schräglage etc.
Ausserdem hat der Fahrtwind einen deutlichen, zusätzlichen Kühleffekt.
Nach Messungen mittels eines geeichten Gebers in der hinteren Ölablassschraube
erreicht das Motorenöl bei Temperaturen unter +10° kaum 60°!
Die Kolbengeschwindigkeit bei 3500 1/min liegt unter 9m/s.
Die maximale Öltemperatur in der Wanne erreichte ich in Marokko bei über 40° Aussentemperatur, 85°.
Ein hoch belastetes Bauteil ist der Rollenkipphebel, treibt die Einspritzpumpe an, 220bar Einspritzdruck.
Dieser wird über Schleuderöl der Kurbelwelle geschmiert. Dickes Öl kommt da bei niedrigen Temperaturen u.U. nicht sofort hin,
kann zu Schäden an der Nockenwelle führen, wird teuer!
Es gibt im Kreislauf keinen Ölfilter.
Wichtig:
Das Öl muss in kaltem Zustand sehr gut schmieren, entsprechend dünnflüssig sein, hohe Druckstabilität besitzen, den Schmutz in der Schwebe halten, Ablagerungen, Ölschlamm verhindern.
Temperaturstabilität im hohen Bereich, Schmierung bei hohen Drehzahlen spielt bei dem Motor eine untergeordnete Rolle.
Die Ölmenge beträgt beim Wechsel 1,4 Liter, laut J.Sommer alle 5000 km zu wechseln.
Mindestanforderungen (HATZ) ACEA-B2/E2, API -CD/CE/CF/CF-4/CG-4
Mancher ist der Meinung, ist ein Rüttelplatten-Motor, reicht billigstes Baumarktöl.
Verschleiß ist abhängig von Reibung, je geringer diese, desto geringer der Verschleiß, daraus resultiert eine höhere Lebensdauer. Auf der Baustelle interessiert es niemanden, ob der Motor 1500 oder 3000 Betriebsstunden hält. Mich als Motorradfahrer schon.
Empfehlung:
Teil oder vollsynthetisches Motorenöl der Viskosität 5W30, 5W40, z.B. LiquiMmoly Synthoil high tech 5w-40, wer den Winter durchfährt sollte 0W30 benutzen. Die Marke ist nur ein Beispiel, gibt natürlich diverse, qualitativ gleichwertige Alternativen. Ich würde kein Motorradöl verwenden, das schmiert eher schlechter, da es für den Betrieb von Ölbad Kupplungen ausgelegt ist, Kupplungsrutschen verhindert.
Der Motor braucht etwas Öl, ist völlig normal. Wer auf einer großen Tour, Reise unterwegs ist, braucht sich keine Gedanken machen, wenn der Ölwechsel erst bei 7000 km erfolgt, qualitativ hochwertiges Öl vorausgesetzt.
Allerdings würde ich den Ölstand nicht bis auf Minimum absinken lassen!
Da sind dann nur noch 0,6 Liter drin, ist im dynamischen Motorradbetrieb sehr wenig.
Nun zum Ölwechsel:
Der Motor muss betriebswarm sein, damit das Öl dünnflüssig ist. Motorrad muss wagerecht stehen.
Ölwanne unterstellen, Lappen bereithalten.
Die Ölablassschraube am besten mit einer 6 Kant Nuss oder gut passendem gekröpften Ringschlüssel herausdrehen, kann ziemlich fest sitzen.
Wenn nichts mehr rausläuft, Motorrad etwas nach links kippen, dann kommt immer noch etwas Öl. Der Blick in die Wanne sollte so aussehen, keine Ablagerungen, Pampe etc.
Die Ablassschraube hat einen Magneten, gründlich von Abrieb säubern
Der Dichtungsring ist aus Kupfer, erneuern, oder ausglühen, oder (so wie ich), einfach mehrmals verwenden, war bei mir noch nie undicht.
es ist sinnvoll, vor dem Öl Einfüllen, die Schraube samt Dichtung wieder rein zudrehen, nicht schief ansetzten! Drehmoment 50 Nm.
Zum Einfüllen Ventildeckel abschrauben
Öl an einer der markierten Stellen mit geeignetem Trichter langsam einfüllen, sonst läuft es über!
Hier noch mal von oben, ob links oder rechts eingefüllt wird, ist egal.
Ventildeckel nach Kontrolle der Dichtung wieder aufschrauben, gleichmässig festziehen, Motor kurz laufen lassen, 2 Minuten warten, Ölstand kontrollieren.
Nachfüllen geht mittels Spritze über die Öffnung des Ölmessstabes recht gut.